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Wie kann Eis heiß sein? Hier  im Bärentalweg in Weiz wird ein Wohnhaus mit Eis geheizt und gekühlt. Hier gibt es einen großen Betonzylinder, wo circa 900 Meter Kabel spiralförmig verlegt sind. Der Zylinder ist voll mit Wasser gefüllt, das nie gewechselt wird. Die Rohre entziehen dem Wasser durch die Wärmepumpe, die ausschaut wie ein schwarzer Kühlschrank, Energie. Dadurch gefriert das Wasser. Mit dieser Energie kann man im Winter heizen und im Sommer kühlen.
Das Haus wird nur mit Fußbodenheizung beheizt. Oben am Dach sind zusätzlich noch Rohre, die ausschauen wie Solaranlagen. Die nehmen die Wärme von der Sonne und der Luft auf und geben diese an das Haus ab.

Eckdaten


Fakten & technische Daten

  • Heizleistung: 16 kWth
  • Gesamtwohnnutzfläche: 760 m2
  • Eisspeicher: 2x 10 m3
  • Trägerorganisation: Fernwärme Weiz GmbH    
  • Kooperationspartner:
    • Weizer Energie- Innovations- Zentrum
    • Technisches Büro Bierbauer
    • Technische Universität Graz
    • Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft ELIN

Innovationsgehalt

Das Pilotprojekt „HOT ICE“ wurde initiiert, um anhand eines Mehrparteienhauses die Latentwärmenutzung mit Eisspeicher und Wärmepumpe in Kombination mit Solar-Luftabsorber und einer Photovoltaik-Anlage zu demonstrieren. Diese Art der dezentralen Wärmeversorgung ist vor allem dann vorteilhaft, wenn kein Fernwärmeanschluss möglich ist.en.


Expertenwissen

Die Fernwärme Weiz GmbH errichtete und betreibt am Standort Bärentalweg eine Wärmepumpe mithilfe von Eisspeichertechnologie für die Beheizung und Kühlung eines Mehrparteienhauses, in dem 10 Familien wohnen. 

TANNO meets Gemini

Der Eisspeicher ist ein unterirdisch verbauter Betonzylinder, der mit Wasser gefüllt ist. In diesem befinden sich spiralförmig verlegte Rohre, welche durch die Wärmepumpe dem Wasser Energie entziehen, bis es vollständig gefriert. Durch das Gefrieren wird latente Wärme frei. Diese entzogene Wärme ist äquivalent zur benötigten Energie um Wasser auf 80 °C zu erhitzen. 

Anschließend wird der Speicher durch einen Solar-Luftabsorber erneut aufgetaut. Der große Vorteil liegt darin, dass hier in einem kleinen Temperaturbereich eine sehr große Menge an Energie gespeichert wird. Anstelle von Radiatoren wurden Flächenheizsysteme installiert, die neben der Beheizung der Räume in Kombination mit der Wärmepumpe auch eine Kühlung der Wohnungen in den Sommermonaten ermöglichen. 

Der für den Betrieb der Wärmepumpen benötigte Strom wird mit einer Photovoltaikanlage produziert. Um den gewonnenen Strom maximal ausnützen zu können, sind die Wärmepumpen kaskadenförmig angeordnet. In Kombination mit Monitoring-, Visualisierungs- und Analysesystemen wurde anhand der 10 Familien auch ihr tatsächliches Nutzer-verhalten erfasst. 

TANNO meets Gemini

Das Projekt „HOT ICE“ zeigt auch, dass Passiv- und Plusenergiehäuser mit innovativer Energieversorgung nicht nur technisch perfekt ausgeführt werden müssen, sondern den Bewohner*innen und Nutzer*innen die sensible Funktionsweise auch ausreichend erklärt werden muss: „Schulung und Nutzungsempfehlungen für Passivhausbauten“. Nicht immer passen Nutzerverhalten und Energieeffizienz zusammen!